So schmeckt mein Weihnachten ist vor allem eine Erinnerung an Astrid Lindgren.
Weihnachten in meiner Kindheit – war es wirklich so herrlich und hell erleuchtet, wie ich es in Erinnerung habe? Eine Frage, die sich wahrscheinlich viele von uns stellen. Astrid meinte dazu: Ja, davon ist wohl auszugehen. Warum sonst sollte ich es immer gleich in meinen Büchern beschreiben, egal, ob ich es nun in Bullerbü, der Villa Kunterbunt oder an einem anderen Ort stattfinden lasse?
Weihnachten verbrachte sie als Kind eines småländischen Bauern auf dem Näs-Hof. Mit allem, was dazugehörte: Pfefferkuchen ausstechen, den Weihnachtsbaum schlagen, Gaben vor dem Fenster aufstellen, Wäsche waschen und Plätzchen backen, das viele gesegnete Weihnachtsessen mit Schinken, Rippchen und Käsekuchen, Vater, der die Weihnachtsgeschichte vorlas und immer bei „Quirinius“ ins Stocken geriet, Mutter, die „Heiligabend, herrlich und klar“ sang, die Weihnachtsgeschenke – nicht besonders viele und auch keine wirklich teuren, aber dennoch: welche Freude! Und das Weihnachtsessen, die Spiele mit den Cousinen, die Schlittenfahrten nach Hause in dunkler Nacht.
Genau davon handelt das ganze Buch, lässt Lindgren diese besondere Zeit in Geschichten uns miterleben. Mehr noch. Sie weckt Erinnerungen an unsere eigenen Weihnachten, die Vorfreude und die Erwartungen. Entsprechend sind auch die Kapitel unterteilt in Der Tag vor Heiligabend und dann Heiligabend sowie der erste und folglich dann noch zweite Weihnachtstag. Mit zeitlich größerem Abstand Silvester, Heilige drei Könige und Zuguterletzt der Sankt-Knuts-Tag, an dem der Weihnachtsbaum geplündert und verräumt wird.
Eingestreut zwischen den Geschichten sind Illustrationen und Fotos mit nordischem Flair und natürlich Rezepte. Safranbrötchen, Zuckerbrezeln, Schmalzgebackenes aber auch Leberpastete und Weihnachtswürste aus Näs. Wer erinnert sich nicht gerne an die Geschichte vom Michel aus Lönneberga, der den Mägden und Knechten im Altersheim einen Festschmaus bescherte, dafür die Speisekammer des Elternhaus plünderte. Die alten Leutchen erlebten eine Bescherung wie sie es wohl nur in Filmen und eben Kinderbüchern gibt. Und zum Abschluss bekamen sie den herrlichsten Käsekuchen mit Erdbeergelee und Schlagsahne. „Das ist das Beste, was es gibt“, sagte Michel. Und wenn du jemals einen solchen Käsekuchen gegessen hast, wie es ihn auf Katthult gab, dann weißt du, dass er ein wahres Wort gesprochen hat, der Michel.
So schmeckt mein Weihnachten entführt viele von uns in die eigene Kindheit, erinnert uns an vorgelesene Gutenachtgeschichten, wie sie viele heute noch erleben mit Astrid Lindgren und ihren Heldinnen und Helden.